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Weltanschauung als verlegerische Aufgabe

Thomas Seng Der Otto Reichl Verlag 1909-1954
36,00 € *

Diese sorgfältig recherchierte Arbeit rekonstruiert nicht nur die Entwicklung des markantesten philosophischen Verlages der Weimarer Republik. Sie zeichnet gleichzeitig eindrucksvoll das scharf umrissene Porträt des – nicht immer unumstrittenen – Verlegers Otto Reichl.
1909 gründet Otto Reichl, 1877 in Leipzig geboren, seinen Verlag. Der geistigen Krisis und der materialistischen Kultur Deutschlands nach der Jahrhundertwende will er mit einem Verlagsprogramm entgegentreten, das sich konsequent für eine neue Sinngebung einsetzt.
1918 siedelt Reichl auf Einladung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein mit seinem Verlag nach Darmstadt über. Zusammen mit dem Großherzog und Hermann Graf Keyserling gründet er hier die „Schule der Weisheit“, die sich bald zu einem Zentrum der geistigen Größen dieser Zeit entwickelt: Auf den Jahrestagungen sprechen u.a. Richard Wilhelm, Leopold Ziegler, Otto Flake, Friedrich Gogarten, Georg Groddeck, C. G. Jung, Max Scheler und Hans Prinzhorn, ihre Vorträge werden veröffentlich in Reichls Jahrbuch „Der Leuchter“. – Einen weiteren Höhepunkt seiner verlegerischen Arbeit bildet die Publikation von Leibniz‘ sämtlichen Schriften und Briefen.
Diese Verlagsmonographie gewährt nebenbei auch einen Einblick, wie die Vermittlung von Literatur zwischen denen, die Bücher schreiben, und denen, die sie kaufen und lesen, funktioniert.
Ein eigener Abschnitt ist der Entwicklung der von Reichl ins Leben gerufenen Buchreihe „Die Deutsche Bibliothek“ mit ihren über 100 Bänden gewidmet. Deren Bibliographie und die Bibliographie des Otto Reichl Verlages von 1909 bis 1954 bilden einen integralen Bestandteil der vorliegenden Arbeit.

Der Autor:
Thomas Seng, geboren 1964 in Zweibrücken, Studium der Neueren deutschen Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte in Tübingen (Magister Artium). Anschließend Promotion im Fach Allgemeine Rhetorik bei Prof. Dr. Gert Ueding mit der Arbeit über den Otto Reichl Verlag. Veröffentlichungen zur Buchhandelsgeschichte.

ISBN 978-3-87667-215-1
600 Seiten, Leinen